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Projekt: Josef Felder
Radikalismus in der BRD
1. Rechtsextremistisches Parteienlager
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

1.1 allgemeine Entwicklung
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

1.2 Republikaner
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

1.3 Nationaldemokratische Partei Deutschlands
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

2. Rechtsextremistisches Wahlverhalten
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

3. kultureller Rechtsextremismus
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

4. Entwicklung der Neonazi-Szene
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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3. Entwicklung des kulturellen Rechtsextremismus


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Portrait von Edgar Julius Jung

Vollbild (4 kb)


Da die extreme Rechte wie „jede andere politisch motivierte Bewegung [...] eine ideologische Basis“ benötige, „auf der Alternativen zum bestehenden System entwickelt werden“, bemüht sie sich um ideologische Arbeit. So formierten sich bereits in der Nachkriegszeit kleine Zirkel rechtsextremistisch eingestellter Intellektueller, welche die Ideen der „konservativen Revolution“ der Weimarer Republik aufgriffen. Als Ziel der „konservativen Revolution“ beschrieb Edgar Julius Jung, einer der führenden Köpfe der Weimarer Rechtsintellektuellen, die „Wiederinachtsetzung aller jener elementaren Gesetze und Werte, ohne welche [...] der Mensch keine wahre Ordnung aufbauen kann.“


Hieran orientieren sich die Intellektuellen der rechten Szene bis heute. Somit suchen sie nach ursprünglichen, „deutschen“ Werten und den Ordnungsprinzipien der „Volksgemeinschaft“ und streben die Zerstörung des Liberalismus, Pluralismus und Parlamentarismus an. Zur Verbreitung dieser Ideen dienen vor allem rechtsextremistisch orientierte Buchdienste, Kulturorganisationen, Lesekreise, Verlage, Zeitschriften und Zeitungen.


So versucht beispielsweise die seit 1986 bestehende Zeitung „Junge Freiheit“, die Ideen der „konservativen Revolution“ auf die heutige Situation zu übertragen und zu verbreiten. Diese Zeitung bietet rechtsextremistischen Autoren laut des Verfassungsschutzberichtes 2004 teilweise ein Forum. So wird in dem Artikel „Freiheit braucht Gemeinschaft“ die „bemerkenswerte Dürftigkeit“ des Begriffs des Individuums kritisiert. Zudem wird die Bedeutung der Menschenrechte in Frage gestellt, da das „Individuum als solches [...] keine echtes Rechtssubjekt sein“ könne und Rechte nur mit der „Mitgliedschaft in einem politischen Ganzen einhergehen“ könnten.


Die Zeitung „Junge Freiheit“ zählt zu den anspruchsvolleren Strategie- und Theorieorganen, deren Hauptaufgabe die Ausarbeitung und Verbreitung eines gemeinsamen Programmes der intellektuellen Rechten ist. Daher publizieren sie vor allem Grundsatzbeiträge und teilweise sogar konkret ausgearbeitete Vorschläge zur Änderung der Verfassung.


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Titelbild der Jungen Freiheit

Vollbild (41 kb)


Daneben sind zur Verbreitung der Ideen der rechten Intellektuellen auch in weniger gebildeten Bevölkerungsschichten Zeitschriften und Zeitungen von Bedeutung, die an die Emotionen appellieren und sich durch „schlichtes Anspruchsniveau“ „auszeichnen“. Diese haben zumeist Auflagen zwischen 1000 und 5000 Exemplaren. Einige dieser Zeitungen wie die „Deutsche National-Zeitung“, die mit 35000 Exemplaren die auflagenstärkste rechtsextreme Zeitung ist, haben einen Verbreitungsradius über die gesamte Republik. Diese Zeitungen, die sich in Design und Aufmachung an der Bildzeitung orientieren, zeichnen sich vor allem durch verharmlosende Texte über den Nationalsozialismus und Angriffe auf die bestehende politische Lage aus. So sind in diesen Zeitungen Schlagzeilen wie „Auschwitz – was ist wahr?“, „Die Macht der Juden“ oder „Bleibt Deutschland deutsch?“ zu finden.


hier
Titelbild der Deutschen National-Zeitung

Vollbild (85 kb)


Des Weiteren sind Verlage erwähnenswert, welche die Normalisierung des Rechtsextremismus und die Etablierung einer starken Rechten anstreben. Besonders bedeutsam ist hierbei der Grabert-Verlag, der vor allem verharmlosende Darstellungen über den Nationalsozialismus und Veröffentlichungen zur Begründung rechtsextremistischen Denkens publiziert. Darüber hinaus erscheinen im Grabert-Verlag Zeitschriften zur deutschen Geschichte, die teilweise antidemokratische Tendenzen in der Geschichte Deutschlands verteidigen.


Obwohl den rechten Intellektuellen die Wichtigkeit der kulturellen Arbeit bewusst ist, ist in den letzten Jahren aufgrund des „Mangels an befähigten politischen Akteuren“ eine Vernachlässigung der intellektuellen programmatischen Arbeit feststellbar. Zudem gelingt es den rechtsextremistisch eingestellten Intellektuellen trotz aller Bemühungen laut des Verfassungsschutzberichtes 2004 bislang nicht, ihre Ideen einer breiten Anhängerschaft zu vermitteln.


Literatur:
Armin Pfahl-Traughber; Rechtsextremismus in der Bundesrepublik, München 1999
Hans-Gerd Jaschke; Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit, Opladen 1994
http://www.bpb.de/publikationen/8GIOFA,,0,Rechtsextremismus.html
Bundesministerium des Innern (Hrsg.); Verfassungsschutzbericht 2004, Berlin 2005


von Alexandra Frisch, Anja Ruisinger

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