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Projekt: Josef Felder
Weimarer Republik
1. Die Revolution von 1918/19
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

2. Von der USPD zur MSPD
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

3. Die Räterepublik
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

3.1 Die Münchner Räterepublik im Überblick
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

3.2 Münchner Räterepublik
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

3.3 Josef Felder erlebt die Räterepublik
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

3.4 Politisches Engagement Felders
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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1. Politischer Hintergrund: Die Revolution von 1918/19

Die Lage in München

Wie überall im Reich herrschte auch in der bayerischen Landeshauptstadt München im Herbst 1918 Lebensmittelknappheit und Kriegsverdruss. Dazu kam noch die Wut auf die Berliner Zentralgewalt. Schon im Januar 1918 war es in mehreren Münchner Rüstungsbetrieben zu Streiks unter Führung Kurt Eisners gekommen, der seit 1917 Führer der Münchner Unabhängigen Sozialdemokratie (USPD) war. Kurt Eisner, jüdischer Literat und Journalist aus Berlin, ehedem Mitarbeiter des Vorwärts , schließlich der Münchner Post und von 1910-1916 Herausgeber des „Arbeiter-Feuilletons“ hatte als Mitglied der SPD 1914/15 noch die Kriegskredite befürwortet, sich aber ab 1915 zum entschiedenen Pazifisten gewandelt. Für die Organisation des Streiks war Kurt Eisner für 9 Monate inhaftiert worden.


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Plakat USPD

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Portrait Kurt Eisner

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Die Rolle der OHL und der Regierung Max von Badens

Als die deutsche Niederlage absehbar war, übte die OHL ab 3. Oktober Druck auf die neue Reichsregierung von Prinz Max von Baden aus. Diese sollte möglichst rasch demokratische Reformen durchpeitschen. Hiervon erhofften sich Erich Ludendorff und Paul von Hindenburg zum einen günstigere Friedensbedingungen, zum anderen eine Abwälzung der Schuld für die Niederlage auf die demokratisch gesinnten Parteien im Reich.


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OHL (Paul von Hindenburg (li.), Wilhelm II. (mi.), Erich Ludendorff (re.))

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Portrait Max von Baden

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Friedenskundgebungen in München

In München hatten nicht nur Kurt Eisners SPD, sondern auch die Mehrheitssozialdemokratie (MSPD) mit Erhard Auer an der Spitze ihre Anhänger zu Friedenskundgebungen mobilisiert.


Fast 100.00 Menschen strömten auf die Theresienwiese. Nicht nur die MSPD-nahen Gewerkschafter der Münchner Großbetriebe, sondern auch radikalere sächsische Arbeiter, die im Krieg in den Krupp-Werken eingesetzt waren, nahmen an den Demonstrationen teil. Hinzu kam eine große Zahl von meuternden und desertierten Soldaten.


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Portrait Erhard Auer

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Unter Führung des Bauernbundführers Ludwig Gandorfer beteiligten sich auch Bauern aus dem Umland. Ludwig Gandorfer war ein Sozialist aus dem Freundeskreis von Kurt Eisner. Bis zu 25 Redner sprachen gleichzeitig an verschiedenen Stellen des Platzes. Gemäßigte Sozialdemokraten wie Erhard Auer versuchten, die aufgebrachte Menge zu beruhigen und mit Versprechungen baldiger Reformen abzuspeisen. Kurt Eisner und die Mehrheit der Redner forderten den Rücktritt des bayerischen Königs und Kaiser Wilhelms II., die Vereidigung des Heeres auf die Verfassung, eine Demokratisierung des Staates und die Entfernung von Reaktionären aus der Verwaltung. Die Forderung nach Annahme der alliierten Waffenstillstandsbedingungen zur Erlangung eines sofortigen Friedens wurde selbst von Teilen des Bürgertums mitgetragen. Ein Teil der Demonstranten unter Führung Erhard Auers zog nach der Kundgebung zum "Friedensengel". Auf Weisung von MSPD -Funktionären begaben sie sich sodann friedlich nach Hause.


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Portrait Kaiser Wilhelm II.

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Eisner nutzt die Gunst der Stunde

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Felix Fechenbach

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Von der Theresienwiese aus setzen sich nach Aufruf des USPD-Aktivisten Felix Fechenbach Zehntausende von Menschen in Bewegung, an der Spitze der Berliner Literat Kurt Eisner und Arm in Arm mit ihm Ludwig Gandorfer. Ziel der Demonstranten war die nahegelegene Guldeinschule, in welcher sich ein Waffendepot befand. Nachdem der diensthabende Major sich weigerte, das Gebäude zu übergeben, stürmten die Revolutionäre das Gebäude. Die Einheiten des Landsturms schlossen sich augenblicklich den Aufständischen an, Waffen wurden verteilt.


Bei den anderen Münchner Kasernen ergab sich ein ähnliches Bild. Die Wachen warfen ihre Waffen weg und die Mannschaften schlossen sich mit roten Wimpeln an ihren Gewehren den Revolutionären an. Bis 22 Uhr waren alle Münchner Kasernen, die Ministerien und der Landtag, Bahnhof, Post und Telegraphenamt in der Hand revolutionärer Arbeiter und Soldaten. Der bayerische König Ludwig III. verließ daraufhin die Landeshauptstadt und floh nach Österreich.


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König Ludwig III.

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Etablierung eines Arbeiter-, Soldaten- und Bauernrates

Ausrufung der bayerischen Republik

Die Revolutionäre wählten am Abend im größten Münchner Bierkeller, dem Mathäserbräu in der Nähe des Hauptbahnhofs Kurt Eisner zum ersten Vorsitzenden des sich soeben konstituierten Arbeiter-, Soldaten- und Bauernrates. Begleitet von bewaffneten Gardisten marschierten die Ratsmitglieder zum Landtagsgebäude, von wo aus Kurt Eisner die bayerische Republik ausrief und das Amt des provisorischen Ministerpräsidenten übernahm.


Ausgehend von der Revolution in München bildeten sich auch in anderen bayerischen Städten wie Passau, Augburg, Rosenheim, Bayreuth und Nürnberg Arbeiter- , Bauern- , und Soldatenräte. Am Morgen des 8. Novembers wehten rote Fahnen auf den Türmen der Münchner Frauenkirche und die Presse verkündete die Proklamation der Republik durch Ministerpräsident Kurt Eisner: "Bayern ist fortan ein Freistaat!"


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Proklamation der bayrischen Republik durch Kurt Eisner

Vollbild (253 kb)


Verfasser: Christian Heidinger, Christoph Jung


Audioquelle: Philipp Scheidemann: Der 9. November 1918


Zeitzeugenberichte:
- Oskar Münsterberg: Novemberrevolution 1918
- Oskar Münsterberg: Spartakusaufstand 1919
- Else Freifrau von Salmuth: Revolutionskämpfe in Berlin Lichtenberg März 1919
- Henning Wenzel: Revolution und Wahl 1918/19


Literatur:
http://www.holocaustchronicle.org
http://www.dhm.de
http://www.fes.de
http://www.br-online.de/wissen-bildung/collegeradio/medien/
Manfred Treml: Oldenbourg Geschichte für Gymnasien 12; München 1994
Josef Felder: Warum ich Nein sagte; Reinbek 2002
Josef Felder: Abgeordnete des Deutschen Bundestages - Aufzeichnungen und Erinnerungen - Band 1; Boppard 1982 Seite 9 - 79

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