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Projekt: Josef Felder
Der Südostkurier
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2.2 Konzept Josef Felders
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

2.3 Heinrich Haug als zweiter Lizenzträger
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

2.4 Vorbehalte der Bevölkerung
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

2.5 Streit um die Pachtfrage
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

2.6 Ende des Südost-Kuriers
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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2.2 Konzept Josef Felders bei der Gestaltung des Südost-Kuriers

Noch am Tag der Übergabe der Lizenzurkunde an Josef Felder am 10. Mai 1946 erschien die Erstausgabe des Südost-Kuriers mit einer Startauflage von rund 55000 Exemplaren. In seinem ersten Leitartikel machte Josef Felder die Ziele seiner Zeitung deutlich, indem er die Notwendigkeit einer „geistige[n] General-Desinfektion“ (Frei, S. 57) der südöstlichen Gebiete Bayerns und den bevorstehenden Kampf des Südost-Kuriers für die Demokratie hervorhob. Daneben betonte er vor allem die parteipolitische Unabhängigkeit des Südost-Kuriers trotz seiner sozialdemokratischen Überzeugung.


hier
1. Ausgabe des Südost-Kurier, Mai 1948

Vollbild (64 kb)


Obwohl er seiner sozialdemokratischen Haltung in seinen Leitartikeln und Kommentaren Ausdruck verlieh, bemühte sich Josef Felder während seiner Arbeit beim Südost-Kurier um ausgewogene und objektive Information zur Entwicklung der Parteien und wollte „allen wichtigen Tagungen der politischen Parteien im Sinne der politischen und vor allem demokratischen Orientierung der Leser möglichst breiten Raum gewähren“ (Frei, S. 62: Leitartikel Josef Felders im Südost-Kurier vom 23.10.1946).


hier
Josef Felder, 1946

Vollbild (105 kb)


Zudem bot der Südost-Kurier auch eine ausführliches und politisch relativ neutrales Informationsangebot. Hierzu wurden Korrespondenten in Bonn und München beschäftigt. Vor allem den Berichten über das politische Geschehen im bayerischen Landtag wurde reichlich Platz eingeräumt.


Daneben verschaffte der Südost-Kurier, der zunächst zweimal pro Woche in einem Umfang von sechs bzw. acht Seiten erschien, seinen Lesern durch Abonnements sowohl der Informationen der Deutschen Allgemeinen Nachrichten-Agentur (DANA) als auch ab Anfang 1947 der United Press International (UPI) einen Überblick über die wichtigsten Nachrichten aus aller Welt. Insgesamt enthielt die Zeitung neben gelegentlichen Sonderseiten zu Themen wie Jugend oder Frauen und sachthematischen Sonderbeilagen einen Sportteil, ein Feuilleton, einen Anzeigenteil, Informationen zu Innen- und Außenpolitik und einen Lokalteil.


Der Lokalteil wurde ab Juli 1946 durch Wechselseiten in fünf verschiedene Regionalteile aufgefächert, die jeweils nur die für das jeweilige Gebiet relevanten Informationen enthielten. So wurde beispielsweise auf der Bad Reichenhaller Lokalseite über örtliche Spruchkammerverfahren und ab August 1946 regelmäßig über die Stadtratssitzungen berichtet. Obwohl die Zeitung bei der Information über das Geschehen in den 160 Gemeinden des Verbreitungsgebietes auf freie, nichtprofessionelle Mitarbeiter wie Pfarrer, Lehrer und Rathausbedienstete angewiesen war, konnte eine ausreichende lokale Berichterstattung, die der Transparenz der Kommunalpolitik diente, gewährleistet werden.


Josef Felder erreichte durch seine Bemühungen trotz anfänglichen Schwierigkeiten wie Papierknappheit, Fotomangel und dem Fehlen einer klaren Platzaufteilung im Vergleich zu benachbarten Zeitungen eine sehr hohe Qualität in der politischen Berichterstattung. Er wollte mit dem Südost-Kurier durch „systematisch[e] politische Erziehungsarbeit“ (Frei, S. 71) das Demokratiebewusstsein stärken und beispielsweise durch ausführliche Berichterstattung über die Nürnberger Prozesse zur Aufarbeitung des Geschehens im Dritten Reich beitragen. Er maß nicht nur seiner Zeitung, sondern der gesamten Lizenzpresse große Bedeutung zu, indem er sie als „eine[n] der wertvollsten Aktivposten der ersehnten neuen deutschen Demokratie“ bezeichnete (Frei, S. 70f).


hier
Josef Felder bei der Arbeit, 1946

Vollbild (68 kb)

hier
Erstes Auto des Südost-Kuriers, 1950

Vollbild (39 kb)


Verfasser: Constantin Pröll und Anja Ruisinger


Literatur:
Norbert Frei. Amerikanische Lizenzpolitik und deutsche Pressetradition. München, 1986
Josef Felder. Warum ich Nein sagte. Reinbek bei Hamburg, 2002

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