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Projekt: Josef Felder
Der Südostkurier
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2.2 Konzept Josef Felders
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

2.3 Heinrich Haug als zweiter Lizenzträger
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

2.4 Vorbehalte der Bevölkerung
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

2.5 Streit um die Pachtfrage
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

2.6 Ende des Südost-Kuriers
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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2.4 Vorbehalte der Bevölkerung gegen den Südost-Kurier

Der Südost-Kurier hatte während der gesamten Erscheinungszeit mit Bedenken der Bevölkerung und vieler örtlicher CSU-Politiker gegen den Sozialdemokraten Josef Felder als Lizenzträger zu kämpfen. Da dieser nicht im südostoberbayerischen Verbreitungsgebiet des Südost-Kuriers aufgewachsen war und zudem als überzeugter Sozialdemokrat bekannt war, begegnete ihm die einheimische – größtenteils konservative – Bevölkerung zurückhaltend oder sogar ablehnend. Hinzu kam noch, dass sich die örtlichen CSU-Politiker durch das anfängliche Fehlen eines zweiten, konservativen Lizenzträgers benachteiligt fühlten.


Um dem Vorwurf mangelnder politischer Neutralität von Anfang an entgegen zu treten, hob Josef Felder bereits in der Erstausgabe des Südost-Kuriers vom 10. Mai 1946 in einem langen Leitartikel die parteipolitische Unabhängigkeit der Zeitung hervor. Indem er jedoch bei der CSU ein „Ringen um völlige Demokratisierung“ feststellte, der SPD hingegen „die Sicherung absoluter demokratischer Grundhaltung“ (Frei, S. 57) bescheinigte, trug er erheblich zur Verstärkung der Bedenken gegen ihn als Lizenzträger bei.


Obwohl sich Josef Felder um Objektivität bei der Nachrichtenberichterstattung bemühte und im September 1946 mit Heinrich Haug einen konservativen Lizenzträger zur Seite gestellt bekam, blieben die Vorbehalte der CSU-Politiker und teilweise auch der Bevölkerung gegen die Lizenzzeitung bestehen. Dies lag vor allem darin begründet, dass Felder nicht nur wesentlich häufiger als sein Mitlizenzträger Leitartikel verfasste, sondern sich zudem auch mit viel größerer Deutlichkeit für sozialdemokratische Belange aussprach als Heinrich Haug für die Anliegen der CSU.


Den wiederholten Vorwürfen, die Wünsche der Union bei der inhaltlichen Gestaltung des Südost-Kuriers nicht ausreichend zu berücksichtigen, begegnete Josef Felder mit Empörung und wohl auch Enttäuschung. Diesen Gefühlen verlieh er oftmals durch Verteidigung und gleichzeitigem Gegenangriff in Form von Leitartikeln oder längeren Aufsätzen im Südost-Kurier Ausdruck. So schrieb er in einem Leitartikel unter dem Titel „Was geht hier vor?“ vom 5.6.1946, dass die CSU-Traunstein die von den Amerikanern geforderte „völlige Unabhängigkeit einer Zeitung“ verneine, der Südost-Kurier hingegen – „geleitet von einem Demokraten und Sozialisten – weder ein SPD-Blatt“ sei, noch ein „Organ der CSU werde (Frei, S. 62f).


Schließlich wurde die kritische Haltung der Einheimischen auch durch die Forderung Josef Felder nach einer „geistige[n] General-Desinfektion“ (Frei, S. 57) der südöstlichen Gebiete Bayerns verstärkt. Auch konnte sich die Bevölkerung mit dem Konzept des Südost-Kuriers – Stärkung des Demokratiebewusstseins durch ausführliche politische Information und Aufarbeitung der Geschichte des Nationalsozialismus – nicht identifizieren, sie war mehr an Heimatpflege und weniger an politischer und historischer Aufklärung interessiert.


Daher verlor der Südost-Kurier nach der Erteilung der Generallizenz und dem Start weiterer Zeitungen in seinem Verbreitungsgebiet im Herbst 1949 etwa die Hälfte seiner Leser. Die Gesamtauflage sank von einer Startauflage von 54000 Exemplaren bis 1950 auf 22000 Stück ab.


hier
Wahlkampfplakate, 1949

Vollbild (84 kb)


Verfasser: Constantin Pröll und Anja Ruisinger


Literatur:
Norbert Frei. Amerikanische Lizenzpolitik und deutsche Pressetradition. München, 1986

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